Alfred Wimmer gründet Ludwig-Thoma-Bühne in Beutelsbach
Von: Die RedaktionSpielbetrieb beginnt im Frühjahr 2010 beim Wasmeier-Wirt
Der Wimmer Muck kann’s einfach nicht lassen. Vor einem knappen Jahr hat der Mitbegründer des Aidenbacher Theatervereins „Die vom Reschndobl“, Akteur in vielen Hauptrollen, langjähriger Regisseur und Dramaturg und jetziger Ehrenvorsitzender bei der 25-Jahr-Feier des Vereins den Regiestuhl zusammen geklappt und sich von der Bühne im Aidenbacher Festsaal verabschiedet.
Dem Theater hat Alfred Wimmer aber nicht den Rücken gekehrt. Im Gegenteil. Er will mit einer Ludwig-Thoma-Bühne in Beutelsbach weitermachen, der ersten im Landkreis Passau, wenn nicht gar in Niederbayern.
Gleich vorweg stellt Alfred Wimmer eines klar: „Eine Konkurrenz zum Aidenbacher Theaterverein soll es nicht sein“. Aber die Aidenbacher Theateraktivitäten sind ihm mit der Zeit zu groß, zu unüberschaubar geworden. Immerhin hat man sich an Klassiker wie den Brandner Kaspar, den Geisterbräu, die Geier Wally, den Holledauer Schimmel und zuletzt an die Pfingstorgel mit immerhin 48 Mitwirkenden herangewagt. „Die Erwartungshaltung beim Publikum ist immer mehr gestiegen, die Rollenbesetzung wurde von mal zu Mal schwieriger“, rechtfertigt er seinen Entschluss zur Gründung eines neuen Theaters.
Schon seit Jahren trug sich Wimmer als Verehrer des bayerischen Autors und Schriftstellers Ludwig Thoma mit dem Gedanken, für dessen Stücke, besonders die Einakter, ein Forum zu schaffen. „Für Einakter muss man nicht so viele Rollen besetzen, der Aufwand ist bei weitem nicht so groß wie für abendfüllende Theaterstücke. Mit Aufführungen von maximal einer Stunde werden die Akteure nicht überfordert.“ Da kam es ihm gerade recht, dass die Werke von Ludwig Thoma, bis auf vier Theaterstücke, tantiemenfrei geworden sind, für die Aufführung also keine Abgaben mehr zu zahlen sind.
Nachdem es urheberrechtliche Probleme nicht mehr gibt, wurde Alfred Wimmer auf der Suche nach einer geeigneten Lokalität in Beutelsbach beim „oberen Wirt“ fündig. Dort gibt es gegenüber dem Gasthaus einen schönen, kleinen Saal, genau richtig für Wimmers Pläne. Er fasst 90 bis 100 Leute und ist damit überschaubar, hat eine kleine Bühne, kommt ohne aufwändige Beschallungsanlage aus. „Ein Traum!“ meint Alfred Wimmer.
Die Wirtsleute Monika und Karl Wasmeier waren gleich Feuer und Flamme für sein Anliegen und auch Bürgermeister Josef Eglseder zeigte sich erfreut und sprach von einer kulturellen Bereicherung für die Gemeinde - nahm Alfred Wimmer allerdings das Versprechen ab, dass bei der Rollenbesetzung gelegentlich auch an ihn gedacht wird. Diesem Wunsch könne Rechnung getragen werden, meinte Alfred Wimmer, der die Bühne in eigener Intendanz und Dramaturgie führen wird.
Angetan ist man laut Wimmer auch im Kulturamt des Landkreises von seinem Projekt. Jetzt macht er sich auf die Suche nach Akteuren für seine Ludwig-Thoma-Stücke und hat schon einige im Auge, die dafür geeignet wären. Gerade der heranwachsenden Theaterjugend will er ein Forum bieten.
Schon im Frühjahr 2010 möchte Wimmer mit dem Spielbetrieb beim Wasmeier-Wirt beginnen. In der Zwickmühle ist Alfred Wimmer jetzt allerdings, wo er im nächsten Jahr sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiern soll, in Beutelsbach oder Aidenbach. „Es wird aber doch der Festwirt-Saal in Aidenbach werden“, meint er. „Denn dort bin ich schon mit fünf Jahren zum ersten Mal auf den Brettern gestanden, die für mich die Welt bedeuten“.
<cyan>
Ludwig Thoma
</cyan>Volksautor Ludwig Thoma, geboren 1867, erlangte Berühmtheit als Satiriker unter dem Pseudonym Peter Schlehmil in der Zeitschrift „Simplizissimus“. Seine Theaterstücke, vor allem „Die Lokalbahn“, „Der Schusternazi“, „Der Wittiber“ (1989 in Aidenbach aufgeführt), „Moral“, „Die kleinen Verwandten“ und der Klassiker „Erster Klasse“ werden heute noch gerne gespielt. - ba
- Links:
- Quelle: Vilshofener Anzeiger